Die Familie Spadi ist seit nunmehr undenklichen Zeiten an die Verarbeitung von Milch und Käse gebunden. Die Vorfahren der Familie Spadi aus Marradi, einem kleinen Dorf in den toskanischen Appeninnen zwischen Florenz und Faenza, betrieben die sogenannte "Wanderweidewirtschaft": Im Winter zogen sie an die tyrrhenische Küste in der Maremma, wo das mildere Klima grünere Weiden hervorbrachte und im Sommer kehrten sie auf die blühenden Bergwiesen des Appennin zurück. Diese Wanderung war natürlich kein angenehmer Spaziergang: Sie bedeutete etwa zwei Wochen Fußmarsch mit all den Gefahren und Schwierigkeiten, denen man auf den Landstraßen im antiken Italien begegnen konnte. In den vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts fand Angelo Spadi eine Ehefrau in Roccastrada, einem malerischen mittelalterlichen Dörfchen, das sich elegant an die Hügel zwischen Siena und Grosseto schmiegt. Er beschloss, sich hier niederzulassen um den Beruf des Käsers auszuüben, den er seit Kindertagen erlernt hatte.
Die erste "Käserei" darf man eigentlich gar nicht so nennen: Es war ein Dachboden, in den die Eimer mit Milch von Hand gebracht wurden. Die Milch wurde dann in einen riesigen Topf gegossen, wo die Gerinnung erfolgte. Der kleine Enzo Spadi, damals noch ein Kind, beobachtete mit Bewunderung seinen Vater Angelo, der wie von Zauberhand eine Flüssigkeit, nämlich die Milch in festen Käse verwandelte. Die köstlichen Produkte dieser kleinen "Schmiede" des Geschmacks fanden reißenden Absatz in dem Dörfchen Roccastrada und bald ging in der angrenzenden Umgebung das Gerücht um, dass sogar Leute aus Siena und Grosseto kamen, um "Spadi-Käse" zu kaufen. Angelo Spadi entschied daher, sich ganz dem Beruf des Käsers zu widmen und die Geschäftstätigkeiten in ein eigenes Gebäude zu verlagern, um die Produktion zu erhöhen. Für einen ehemaligen Schäfer war das eine enorme Investition, aber der Erfolg gab ihm Recht.
1977 nahm Enzo Spadi die Leitung des Geschäfts in die Hand, wobei er mit derselben Leidenschaft den alten Beruf des Käsers weiterführte, den ihm der Vater hinterlassen hatte. 1997 zog die Käserei Spadi Enzo in ein neues, größeres Gebäude um, wobei das alte Gebäude nur noch für die Herstellung von Ricotta verwendet wurde. Von nun an widmete sich die Käserei einem modernen Produktionssystem, das die Kunst der erfahrenen Hände des Käsers jedoch nicht ausschließt, sondern sie vielmehr verbessert.
Insgesamt umfasst das Gelände der Produktionsabteilung 1500 qm mit 22 Festangestellten und einigen Saisonarbeitern.
Im Laufe der Jahre hat sich die Käserei auf die Produktion von Käse aus Schafsmilch sowie aus Kuh- und Schafsmilch gemischt und auf Ricotta spezialisiert. Alle diese Käsesorten werden stets aus einer Verarbeitung gewonnen, die sich, auch wenn sie sehr standardisiert ist, doch stark an die Tradition anlehnt. Die Käserei ist heute in der Produktion und im Vertrieb einer großen Menge an typischen Käseprodukten wie dem Pecorino Toscano D.O.P., dem in der Grotte gereiften Pecorino, der Caciotta aus der Maremma und einiger ausgefallener Produkte wie dem vegetarischen Käse, dem in Walnussblättern gereiften Käse und dem etruskischen Pecorino (in der Toskana produziert und gereift) beschäftigt. Neue Maßnahmen für den Großvertrieb wurden eingeführt, zum Beispiel die Portionierung nach Festgewicht, der aufgeschnittene Pecorino in der kleinen Verpackung, Käsecremes und – die neueste Erfindung – die Einzelportion Pecorino à 30 Gramm.
In unserem Unternehmen wird der Reifung besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Die Käserei Spadi Enzo besitzt tatsächlich natürliche Grotten aus Vulkangestein in Valentano, in der Gegend des toskanischen Pecorino DOP. Diese Art der Reifung verleiht dem Käse einen großen Wert, da das besondere Mikroklima der Grotte und ihre besondere Feuchtigkeit es dem Produkt erlauben, einheitlich zu reifen und gleichzeitig sein Aroma und seinen Geschmack zu verstärken. Fabrizio und Claudio, die Söhne von Enzo Spadi widmen sich schon seit einigen Jahren mit Enthusiasmus und Engagement dem Unternehmen, wobei sie sich vor allem um die Logistik, den Verkauf und das Marketing kümmern.
Und die Tradition lebt weiter...